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2. Verordnung 2004

2. Verordnung des Landesvorstandes der Kärntner Jägerschaft vom 4. November 2004, Zahl: WÖRP / 72 / 1 / 2004, mit welcher der Wildökologische Raumplan (WÖRP) erlassen wird

Auf Grund des § 55a Abs. 1 des Kärntner Jagdgesetzes 2000, LGBl. Nr. 21, zuletzt geändert durch LGBl. Nr. 18/2004, wird verordnet:

§ 1 Ziele des Wildökologischen Raumplanes

Der Wildökologische Raumplan berührt alle der Abschussplanung unterliegenden Wildarten. Die Führung und Umsetzung des Wildökologischen Raumplanes (WÖRP) hat insbesondere zum Ziel, die der Abschussplanung unterliegenden Wildarten in die Kulturlandschaft in landeskulturell verträglicher Form unter Berücksichtigung der Freizone für Rotwild zu integrieren. Die Kriterien Schutz und nachhaltige Nutzung der Wildtierpopulationen sowie Erhaltung und Gestaltung entsprechender Lebensräume stehen im Vordergrund. Dabei ist die Vermeidung von Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft zu berücksichtigen.

§ 2 Wildräume

Der Wildraum ist der wildökologische Planungs- und Kontrollraum für alle Wildarten. Für die großräumig lebenden Wildarten Rotwild, Gamswild und Steinwild sowie für Auerhuhn und Birkhuhn gibt es in Kärnten mehrere Wildräume, für alle übrigen Wildarten gilt das gesamte Landesgebiet als Wildraum. Die Abgrenzung des Wildraumes orientiert sich an den natürlichen und künstlichen Lebensraumgrenzen des Wildes (Populationsgrenzen).

§ 3 Wildregionen

Wildräume werden in Wildregionen unterteilt.
(1) Bei der Festlegung der Wildregion ist auf eine zweckmäßige jagdbetriebliche Zusammenarbeit der Jagdausübungsberechtigten im Rahmen von Hegegemeinschaften sowie auf die Grenzen der Hegeringe und der Bezirksgruppen der Kärntner Jägerschaft Bedacht zu nehmen. Die Zuteilung eines Jagdgebietes zu nur einer Wildregion ist anzustreben. 

(2) Bei Vorhandensein von Rotwild orientieren sich die Wildregionsgrenzen vorrangig an Subpopulationen des Rotwildes.

(3) Jede Wildregion muss, entsprechend der unterschiedlichen Eignung der einzelnen Teile der Wildregion als Lebensraum für Rotwild und Gamswild, in Kernzonen, Randzonen und Freizonen gegliedert werden.

§ 4 Abschussrahmen

In den Wildregionen wird für die der Abschussplanung unterliegenden Wildarten folgender Abschussrahmen festgelegt:

Als Untergrenze:
bei Rotwild, Rehwild, Gamswild und Muffelwild der durchschnittliche Abschuss der letzten 3 Jahre, bei Raufußhühnern und Schnepfen Null, bei Murmeltieren der durchschnittliche Abschuss der letzten 3 Jahre minus 50 Prozent.

Als Obergrenze bei:
Rotwild: Abschussfreigabe lt. letztem Abschussplan + 30 Prozent
Rehwild: Abschussfreigabe lt. letztem Abschussplan + 30 Prozent
Gamswild: Abschussfreigabe lt. letztem Abschussplan + 0 Prozent
Muffelwild: Abschussfreigabe lt. letztem Abschussplan + 50 Prozent
Auerwild: 7 Prozent der im Durchschnitt der letzten beiden Zählungen gezählten Hähne
Birkwild: 9 Prozent der im Durchschnitt der letzten beiden Zählungen gezählten Hähne
Waldschnepfe: Durchschnitt der in den letzten drei Jahren erlegten Waldschnepfen + 100 Prozent
Murmeltiere: Abschussfreigabe laut letztem Abschussplan + 0 Prozent

§ 5 Kern-, Rand-, Freizone für Rotwild

Der Lebensraum für Rotwild wird in nachstehende Zonen eingeteilt:

(1) Freizone für Rotwild:

In den nachstehend angeführten Gebieten (Freizone für Rotwild) ist sämtliches Rotwild unter Beachtung der festgesetzten Schonzeiten zu erlegen. In den Abschussplänen der ganz oder teilweise in den angeführten Zonen liegenden Jagdgebiete ist vom Bezirksjägermeister bei der Festsetzung des Abschussplanes (§ 57 Abs. 2 K-JG) in der Rubrik „Rotwild" - erforderlichenfalls unter Bezeichnung des in die Freizone für Rotwild fallenden Teils des Jagdgebietes - einzutragen: „Sämtliches Rotwild ist zu erlegen."

Im Bezirk Klagenfurt (Bezirkskennziffer 204) zur Gänze die Jagdgebiete: 001, 002, 003, 004, 005, 006, 007, 008, 009, 010, 011, 012, 013, 014, 015, 016, 017, 018, 019, 020, 021, 022, 023, 024, 025, 026, 027, 028, 029, 030, 031, 032, 033, 034, 035, 036, 038, 039, 040, 041, 043, 044, 045, 046, 047, 048, 049, 050, 052, 078, 080, 082, 083, 084 und 085.

Im Bezirk St. Veit a. d. Glan (Bezirkskennziffer 205) zur Gänze die Jagdgebiete: 001, 002, 003, 004, 010, 011, 012, 013, 015, 020, 021, 022, 023, 024, 025, 026, 027, 028, 029, 030, 031, 032, 033, 034, 035, 036, 050, 051, 052, 053, 054, 055, 056, 057, 058, 059, 060, 061, 062, 063, 064, 065, 066, 080, 081, 082, 083, 084, 085, 086, 087, 100, 101, 102, 103, 104, 106, 107, 108, 109, 110, 111, 112, 113, 114, 115, 116, 117, 118, 119, 120, 121, 122, 123, 124, 125, 126, 127, 128, 157, 184, 186, 187, 194, 200, 201, 202, 203, 204, 224, 225, 226, 227, 231, 320, 330, 332, 334, 335, 337, 338, 339, 340, 341, 342, 350, 351, 352, 353, 354, 355, 356, 357, 358, 360, 361, 362, 363, 370, 371, 372, 373, 374, 375, 376, 377, 378, 379, 380, 381, 382, 393, 394, 395, 396, 398, 400, 403, 404, 405, 406 und 409, sowie jene Teile der Jagdgebiete 153 und 166, die westlich der Görtschitz liegen.

Im Bezirk Villach (Bezirkskennziffer 207) zur Gänze die Jagdgebiete: 057, 058, 059, 060, 144, 145, 146 und 153.

Im Bezirk Völkermarkt (Bezirkskennziffer 208) zur Gänze die Jagdgebiete: 095, 098, 099, 102, 106, 125, 126, 130, 132, 137, 138, 150, 151, 152, 153, 154, 155, 156, 159, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 201, 202, 205, 206, 207, 208, 215, 216, 217 und 218, sowie jene Teile der Jagdgebiete 179, 180, 204, 209 und 236, die südlich der Haimburger Straße und südlich der Packer Bundesstraße, und jene Teile der Jagdgebiete 133, 134 und 136, die nördlich der Bahnlinie vom Grenzübergang Grablach bis zum Bahnhof St. Michael, entlang der Lettenstädtner Gemeindestraße bis zur Bundesstraße B 81 in St. Michael und entlang der Bundesstraße B 81 bis Tschepitschach liegen.

Im Bezirk Wolfsberg (Bezirkskennziffer 209) zur Gänze die Jagdgebiete: 046, 047, 049, 053, 054, 060, 061, 062, 063, 065, 067, 069, 089, 092, 099, 142 und 160 sowie jener Teil des Jagdgebietes 052, der südlich der Packer Bundesstraße vom Griffner Berg bis zur Kreuzung mit der Kienberger Gemeindestraße, sowie jener Teil des Jagdgebietes 068, der südlich der Autobahnabfahrt Wolfsberg Nord, sowie jener Teil des Jagdgebietes 055, der westlich der Landesstraße zwischen Eitweg und Gemmersdorf, und jener Teil des Jagdgebietes 155, der westlich der Lavant liegt.

Im Bezirk Feldkirchen (Bezirkskennziffer 210) zur Gänze die Jagdgebiete: 016, 017, 018, 019, 073, 075, 078, 082, 084, 087 und 100.

(2) Alle übrigen Gebiete innerhalb der Wildregionen in Kärnten bilden die Kern- und Randzonen.

(3) Die zu erarbeitenden Pläne hinsichtlich des Rotwildes für die weiteren Zonierungen (Kern- und Randzonen) als Grundlage des Wildökologischen Raumplanes, die jeweils anzupassen sind, liegen während der für den Parteienverkehr bestimmten Stunden zur öffentlichen Einsicht bei der Landesgeschäftsstelle und den Bezirksgeschäftsstellen auf.

§ 6 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. Jänner 2005 in Kraft.

 

Der Landesjägermeister:

DI Dr. Gorton

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